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Lasst uns Weihnachten feiern und danach die Zukunft gestalten!

Posted in Advent, Nachdenkliches, Standpunkt, and Weihnacht

Kennen Sie das? Die leichte Melancholie, die in der Vorweihnachtszeit langsam und unbemerkt die Psyche entert und in Besitz nimmt. Man hat den Eindruck, als würde dieses Phänomen durch die langen Nächte, die kurzen, trüben und regnerischen Tage verstärkt.
Früher, als ich jünger war, habe ich das nicht so wahrgenommen. Vielleicht hängt das mit dem Alter zusammen, vielleicht auch mit den fehlenden Aufgaben.
Früher war immer was los, denn Weihnachten musste für die Kinder vorbereitet werden. Heute geht es beschaulicher.
Die Kinder wissen inzwischen, dass es das Christkind nicht gibt und so reduzieren sich die Weihnachtstage auf gemütliches Beisammensein, möglichst stressfrei und entspannt. Es hat sich verändert. Die Kinderaugen, die die voll Erwartung leuchteten, sind nicht mehr sichtbar. Sie sagen: Wir wissen..
Das Weihnachtsfest läuft in festen Bahnen ab. Heiligabend Mittagessen und abends Kartoffelsalat mir Würstchen. 

Die Kerzen am Baum werden angezündet, ja, wir haben noch richtige Kerzen am Baum und man reicht sich die Geschenke.
Wir als Eltern erhalten keine Präsente, Wir haben, was wir brauchen und was wir uns wünschen, würde den Rahmen eines Weihnachtsgeschenkes sprengen. Außerdem sind wir beschenkt genug, denn unseren Kindern geht es gut und wir müssen uns keine Sorgen um sie machen. 

Am 1. Weihnachtstag gibt es kein Programm. Wir wurden von unseren Kindern zum Essen eingeladen. 
Am 2. Weihnachtstag Verwandtenbesuch. 
Und zwischendurch Gespräche, gemeinsames Schweigen, sich zurückziehen, miteinander spielen, Spaß haben und viel lachen. 

Trotz dieser wunderbaren Aussichten, diese Melancholie.
Die Welt ist im Umbruch. Wir befinden uns mitten in einer digitalen Revolution, die die Welt stärker verändert wird, als die industrielle Revolution das getan hat.
Uns, also meine Frau und mich betrifft das nicht mehr. Wir sind im fortgeschrittenen Alter, im Lebensabend und das Ende ist in greifbare Nähe gerückt. Statistisch habe ich noch elf Jahre zu leben, ein überschaubarer Zeitraum.
Nein, das macht mich nicht melancholisch und Angst vor dem Ende habe ich nicht.

Was mich bewegt, ist die Zukunft meiner Kinder, der vielen jungen Menschen, die hier leben und versuchen, sich ihr Leben aufzubauen.
Ein Leben, in dem es nicht die gleiche Verlässlichkeit geben wird, wie mein Leben sie hatte.
Ein Leben, das neben Glück viel Flexibilität und ständige Veränderung fordert.

Bildung als Grundlage der Zukunft!
Dann sehe ich, wie Bildung in unserem Land aussieht und mir graut es vor dieser Zukunft.

Können wir es uns ernsthaft leisten, die Bildung so zu vernachlässigen und nur Lippenbekenntnisse ohne entsprechendes Handeln von uns zu geben?
Was ist, wenn die Arbeit für die meisten Menschen wegfällt, weil gar nicht mehr genügend Arbeit vorhanden ist? Wie leben wir dann? Hartz IV und TV sind ein wenig wenig für ein erfülltes Leben.
Haben wir die richtigen Menschen an den Zukunftsweichen, die eine Richtung vorgeben, die für die Mehrheit befriedigend ist?

Jetzt ist der Überlebenskampf für viele Menschen kaum zu bewältigen.
Mehrere Jobs, Flaschen sammeln, stranden auf der Straße und ohne Obdach, in einem Land, das zu den reichsten Ländern der Welt gehört.
Ein Land, in dem Arme ärmer und Reiche reicher werden.
Ein Land, in dem Arme keine Zukunft haben, egal, wie sie darum kämpfen.
Ein Land, in dem alles der Wirtschaft untergeordnet wird, statt den Menschen in Würde leben zu lassen.

Wir hatten es schon einmal, dass die Wirtschaft versagte. Erst nach dem 2. Weltkrieg ging es mit der Wirtschaft wieder aufwärts, weil Zerstörtes aufgebaut werden musste. 

Keine erfreulichen Gedanken zu Weihnachten!
Sie verstärken die Melancholie und führen in die Depression. Lassen wir an den Weihnachtstagen die Augen verschließen vor einer Zukunft, die nicht rosig erscheint und ihre Schatten schon vorauswirft.

Sehen Sie es als Gedanken eines alten Mannes und lassen Sie sich das Weihnachtsfest nicht verderben. 

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen ein Weihnachtsfest, wie sie es sich vorstellen, im Kreise Ihrer Lieben mit viel Freude und Lachen.
Gehen wir die Zukunft nach Weihnachten an.

In diesem Sinne auch ein neues Jahr, das Ihnen die meisten Wünsche erfüllt und ein paar übrig lässt, damit das Leben seinen Reiz nicht verliert. 

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Elmar Fischer