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Computer in der Grundschule, Grundlagen der Medienkompetenz

Posted in Medien, Medienkompetenz, Schule, and Standpunkt

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Meine Affinität zu Medien ist bekannt. Auch, dass ich Medien, sprich Computer usw., schon im Grundschulunterricht eingesetzt habe, als von Digitalisierung noch nicht die Rede war und niemand daran dachte. 

Rückblick

Ein C64 von Commodore, der erst einmal nur die Aufgabe der Schreibmaschine übernahm, weil es meine Grundschüler immer ärgerte, wenn sie sich vertippt hatten. Die Korrekturen, auch mit Tipp Ex machten den Text unansehnlich und unsauber.
Schreibmaschinen gehörten in dieser Zeit zum Standard an der Schule, denn sie die Schüler mussten lautieren, um ein Wort zu analysieren. Anschließend die Buchstaben auf der Tastatur suchen.

Es dauerte nicht lange, da etablierte sich der 64er auch als Lerncomputer. In der damaligen Zeit gab es noch nicht viele Lernprogramme, aber warum nicht die Faszination des Mediums ausnutzen, dachte ich mir. 

Die ersten PCs und der Internetanschluss, die Vernetzung der Rechner und die Software veränderten das Lernen. 

Traditionelle Techniken und Medien

Immer noch galt, erst die traditionellen Techniken erlenen und beherrschen, dann geht es an den Computer. In der Regel erst ab dem 4. Schuljahr. Ausnahmsweise mal ab dem 3. Schuljahr.

Erstes Programmieren mit der Turtle-Grafik waren schnell langweilig, weil nur das Dreieck über den Bildschirm gesteuert wurde.

Immer mehr und bessere Softwareprogramme ermöglichten das Einbinden des Computers in den Übungsprozess.
Budenberg ist eine solche Software, die von einem Sonderschulrektor entwickelt, sich auf Übung konzentrierte. Ohne Schnickschnack und ablenkende Animation. Dafür aber mit zur Übung ausdruckbaren Arbeitsblätter, die auf einfache Weise eine Fehlerkontrolle ermöglichten. Auch heute gibt es das Programm und ich halte es für mehr als empfehlenswert. Vielleicht schauen Sie auf der Homepage vorbei und laden sich eine Demo zum Ausprobieren herunter.

Da in meiner, wie in den anderen Klassen der Schule immer dreißig Schüler in einer Klasse waren, waren die Zeiten, die am Rechner durch die Schüler verbracht wurden, nicht besondern lange in einer Woche. 

Bevor man an den Computer durfte

Bei Projekten durften Texte nicht gleich am Rechner geschrieben werden, sondern wurden handschriftlich erstellt. Grundlage war die Recherche in unseren Nachschlagewerken, sodass der Umgang mit Lexika geübt und gekonnt war.
Die erste Überarbeitung eines Textes geschah immer in einer Rechtschreibkonferenz, die nicht nur auf Fehler achteten, sondern außerdem auf Ausdruck und Stil. War der Text am Rechner erfasst, kam es zu einer weiteren Überarbeitung. 

Bilder wurden eingefügt und der Text gestaltet. Später kamen Präsentationen hinzu, die je nach Verwendungszweck anders gestaltet waren. 

Die Regeln für die Benutzung des Internets wurden aufgestellt und gleich die Regeln, die falsches Verhalten zur Folge hatte. 

Mediator der Firma Matchware hielt Einzug und es wurden kleine Filme programmiert. Eine Fledermaus auf Beutefang, um nur ein Beispiel zu nennen. Leider ist das Programm nicht mehr erhältlich.
Eine Internetpräsentation wurde erstellt, die den Titel trug: Mittelalterstadt-Köln und sich mit dem Leben der Kölner im Mittelalter beschäftigte. 

Es gab eine Entwicklung in der Nutzung der Computer. 

Diese begann nicht automatisch im 1. Schuljahr, sondern in der Regel erst in der 4. Klasse. In der 3. Klasse mehr als Übungspartner für Deutsch und Mathematik. Die Motivation, am Rechner das Einmaleins zu üben war einfach größer, als es mit anderen Schülern, den Eltern oder alleine zu tun.

Die Realität sieht auch heute noch anders aus.

Ich habe den Computereinsatz in Grundschule häufig anders erlebt. Als in fast allen Klassen in Köln mindestens ein Computer stand, war ich häufiger als Berater an Grundschule unterwegs gewesen. In vielen Fällen kam die Frage von Schülern:«Kann ich am Computer spielen?«
Dies wurde häufig zugelassen, ohne dass es in einem Zusammenhang zum Unterricht stand. Auf mein Nachfragen bekam ich einige Mal die Antwort:«Ich habe keine Ahnung von Computern, aber die Kinder können das und sind dort fitter als ich.«

Der Grund, warum ich heute vorsichtig mit dem Einsatz von Computern in der Grundschule bin und sie auf keinen Fall als so selig machend ansehe, wie es voller Euphorie propagiert wird.

 Nicht jeden Trend sofort in die Grundschule integrieren

Aber ich halte auch nichts von Handys für Grundschüler vor der 2. Hälfte des 4. Schuljahres. In vielen Fällen dienen sie der  Überwachung der Kinder durch die Eltern.
Die Grundlagen, die in der Grundschule gelernt werden sollen, werden schon häufig genug durch andere Dinge aufgeweicht, die in der Grundschule nicht sinnvoll sind. Fast täglich liest an in irgendeinem Artikel: Die Schule sollte, müsste, könnte …

Eine weitere Überfrachtung ohne fundierte didaktische Konzeption und vorheriger intensiver Fortbildung der Grundschullehrer halte ich für falsch.

Medienkompetenz heißt, dass ich den Umgang mit Computern beherrschen muss und Medien angemessen als Werkzeug eingesetzt werden. 

Grundlage der Medienkompetenz

Grundlage für diese Medienkompetenz sind andere Medien in Grundschule. Dazu gehört für mich eine lesbare Handschrift, der Umgang mit dem Inhaltsverzeichnis und dem Stichwortverzeichnis eines Buches. Die Aufteilung eines Blattes gehört ebenso dazu, wie die Präsentation ohne Computer.

Medienkompetenz kann man schon ab dem 1. Schuljahr anbahnen. Dazu empfehle ich die Arbeitshefte »Mein Computerheft« aus dem Herdt Verlag, deren Herausgeber ich bin. Einsetzbar, ohne dass man einen Computer benötigt.

Aber das nur am Rande. :-)

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